Der Roßlau-Wittenberger Vorfläming (kurz: Fläming)
Der Fläming mit seiner Eigentümlichkeit nördlich der Elbe wurde in der Saalekaltzeit gestaltet.
Er umschließt den nördlichen Raum unseres Heimatkreises.
Im nördlichen und östlichen Teil handelt es sich um übersandete Grundmoränenflächen.
Im südlichen und westlichen Teil sind gefaltete Schichten des Tertiärs von Sand- und
Kiesschichten des Pleistozäns überdeckt. Die höchsten Erhebungen liegen bei
etwa 185 m ü. M., zur Elbe hin fällt der Fläming auf etwa 80 m ab.
Die Moränenlandschaft des Flämings ist wasserarm.
Das Niederschlagswasser versickert rasch in den durchlässigen
Untergrund und kommt erst am Flämingrand als Quellen und dann
als Bach zum Vorschein. Typisch ist der ständige Wechsel von
Ackerland (ca. 50% Flächenanteil) und Kiefernforsten (ca. 38%).
Die Grundmoränenflächen werden stärker landwirtschaftlich genutzt,
sandige Böden überwiegen. In diesem Bereich findet sich in den
Ackerflächen eine ganze Reihe von kleinen „Himmelsteichen“
(Pseudosölle z.T. temporär; auch „Puhle“ genannt).
Daneben gibt es im tertiären Faltungsgebiet einige Grubengewässer
(einst Ton-, Lehm- und Braunkohleabbau, heute noch Sand- und Kiesabbau).
Die Baumstruktur wird durch Kiefer-Monokulturen geprägt,
teilweise mit Laubholzinseln bzw. -ränder. Größere Laubholzbestände
mit Altholz sind kaum anzutreffen. Ein geringer Teil im Norden nahe der
Landesgrenze zählt zur Landschaftseinheit Hochfläming. Der andere,
überwiegende Teil wird dem Roßlau-Wittenberger Vorfläming zugeordnet.
Die im Fläming befindliche Teucheler Heide, die Woltersdorfer und die
Glücksburger Heide sind ehemalige militärische Truppenübungsplätze.
Durch die frühere militärische Nutzung und Bodenverwundung sind hier
große Trockenrasen und Offengebiete mit Heiden und Pioniergehölzen
(Kiefer, Birke und Zwergstrauchheiden) entstanden.